
Am 25. September 2010
war es endlich soweit, die niederländischen Schüler kamen nach 9-stündiger
Zugfahrt um 15.10 Uhr in Dachau an.
Nach großer Wiedersehensfreude fuhren
die jeweiligen Austauschpartner mit ihren Gasteltern zur Schule, wo sie
in gemütlicher Atmosphäre auch von dem Direktor und den Lehrern freundlich
begrüßt wurden.
Am darauffolgenden Tag besichtigte die Gruppe das Deutsche
Museum. Den Rest des Tages verbrachten die Gäste in den Familien, um
diese besser kennenzulernen.
Am Montag unternahmen wir eine Rundfahrt
durch München in einem Doppeldeckerbus, was allen großen Spaß bereitete.
Später unterhielten sich alle angeregt bei einem leckeren Mittagessen und
gingen danach in kleinen Gruppen auf das Oktoberfest, welches die Austauschpartner
sehr begeisterte.
Während die deutschen Schüler am nächsten Tag Jahrgangsstufentest
schrieben, bekamen ihre Partner eine Einführung in das bayrische Schulsystem.
Nachher wurden wir herzlich vom Dachauer Oberbürgermeister Bürgel
empfangen, der uns dann zum Essen in den "Kochwirt" einlud, wo
wir uns für die Stadtführung Dachau stärkten.
Der Besuch der
KZ-Gedenkstätte am verregneten Mittwochmorgen stimmte uns alle nachdenklich.
In Gesprächen versuchten wir die Eindrücke aufzuarbeiten. Am Nachmittag
sahen wir uns die BMW-Welt in München an, wo uns auch ein interessanter
Film gezeigt wurde.
Den vorletzten Tag vorbrachten wir damit, dass wir
morgens die Neue Pinakothek besichtigten und abends einige Schüler nochmal
das Oktoberfest besuchten, andere wiederum fuhren in die Therme Erding,
was beides ein schöner Abschluss der Woche war. Am Freitag trafen
sich alle um 11.00 Uhr am Flughafen und verabschiedeten sich schweren
Herzens und mit Tränen in den Augen von ihren Freunden.
Josi P., 10f
"You
have to talk English so we understand you!", das war wohl der am häufigsten
geäußerte Satz in der Woche im Mai 2011 in den Niederlanden. Zwar endete
es meist in einem Gemisch aus Englisch und Deutsch, aber alle haben sich
trotzdem sehr gut verstanden.
Sowohl die Ausflüge in Museen in der Nähe,
nach Amsterdam oder nach Arnheim, u.a. zum Shoppen, als auch unsere Freizeit,
in der wir uns meist als große Gruppe im Garten einer Gastschülerin oder
direkt am Rhein trafen, bereitete uns allen viel Spaß. Wir freuen uns schon
sehr darauf, wenn die niederländischen Schülerinnen und Schüler im September
2011 zu uns nach Dachau kommen."
Das berichtet eine der dreizehn
Schüler und Schülerinnen des JEGs, Anna Hohol aus der Klasse 9f, die an
unserem Aufenthalt in den Niederlanden im Mai 2011 teilgenommen hat. Dieser
positiven Wertung kann man sich als Begleitlehrer nur anschließen. Gerade
die Gastfreundlichkeit der Niederländer, sei es der Direktor des Dorenweerd
Colleges, Herr Rex Couzijn, oder die uns betreuenden Lehrkräfte, Frau Annelies
Smit, Frau Ankie Fernee und Frau Jolanda Timmer, oder auch die niederländischen
Schülerinnen und Schüler mit ihren Eltern, verdient besonderes Lob. Immer
wurden Frau Zaumberger, ich und auch unsere Schülerinnen und Schüler freundlich
und zuvorkommend behandelt. Dies gilt insbesondere für den Bürgermeister
der Gemeinde
Renkum, Herrn Jean Paul Gebben, der uns im Rathaus in Oosterbeek
mit einer Rede, einem kleinen Gastgeschenk für alle Schüler, Solar-Aufladestationen
für Handys, und einem Stehempfang, auf dem es Kuchenschnitten mit den Symbolen
der Stadt Dachau und Renkum darauf zu essen gab, empfing.
Für die Schülerinnen
und Schüler aus Dachau waren das Airborne
Museum "Hartenstein" und
der Soldatenfriedhof Oosterbeek beeindruckend, außerdem in Amsterdam das
Anne-Frank-Haus. Aus meiner Sicht käme noch das Reichsmuseum
in Amsterdam mit den vielen Rembrandt-Bildern - z.B. "Die Nachtwache" in Originalgröße
- dazu.
Das Airborne Museum ist ein Haus der Erinnerung an die Schlacht
um Arnheim im September 1944, in der es vor allem um die Brücke von Arnheim
ging, die in dieser Schlacht leider nicht aus der Hand der Deutschen zurückerobert
werden konnte, sodass die Befreiung vom Joch der deutschen Besatzungstruppen
noch längere Zeit in Anspruch nahm. Unter dem alliierten Codewort "Market
Garden" ist diese Luftlandeaktion und der Bodenkampf um Arnheim berühmt
geworden. Die Arnheimer Brücke war für die alliierten Truppen der Amerikaner,
Briten und Polen noch "a brigde too far". Auf dem Ehrenfriedhof
Oosterbeek legten die Schülerinnen und Schüler auf einigen Gräbern Rosen
nieder, um die gefallenen, oft sehr jungen Befreier von der Hitler-Tyrannei
zu ehren. Dort konnte man auch bewegende Grabinschriften lesen: "I
gave my life that you may live in peace and freedom" oder: "We
oft repeat your name/ What would we give to see your smile again".
Zur Zeit der Schlacht um Arnheim waren nur einige Wochen vergangen, als
Anne Frank mit ihrer Familie und anderen in Amsterdam Untergetauchten denunziert,
verhaftet und verschleppt wurde. Dies geschah am 4. August 1944. Das Anne-Frank-Haus,
ein Museum im damaligen Hinterhofhaus, dem engen Versteck der Franks, zeigt
Gegenstände und weiteres Info-Material, das mit Anne Frank zu tun hat,
die diese Zeit leider nicht überlebt hat. Sie ist später durch die Veröffentlichung
ihres Tagebuches weltweit berühmt geworden.
Insgesamt war die Niederlandefahrt ein voller Erfolg. Auf den Gegenbesuch vom 19.09.2011 bis 23.09.2011 freuen sich alle sehr: Die Schülerinnen und Schüler und das Lehrerteam, Herr Dr. Sigel, Frau Zaumberger und Herr Schmeizl.
Rudolf Schmeizl