Die ersten G8-Abiturienten des Josef-Effner-Gymnasiums Dachau sind gestern im Karlsfelder Bürgerhaus offiziell verabschiedet worden. Sie bekamen von Schulleiter Dr. Kurt Stecher ihre Abiturzeugnisse überreicht.
Stecher hob die gute Qualität des Jahrgangs hervor: „Insgesamt konnten von den 123 Schülern, die zur Prüfung angetreten sind, 46 einen Schnitt von 1,9 oder besser erreichen.“ Damit sind die G8-Absolventen um zwei Zehntel besser als die Schüler des G9-Jahrgangs, die vor wenigen Wochen ihre Schullaufbahn beendet haben.
Besonders gute Ergebnisse erzielten Thomas Reischl und Florian Kaspar, die ihr Abitur mit der Traumnote von 1,0 bestanden. Mit den beiden ehrte Landrat Hansjörg Christmann noch 15 weitere Schüler, die alle mindestens einen Schnitt von 1,5 erreicht hatten. Sie erhielten als Belohnung eine Medaille und ein Buch.
Außerdem bekamen neun Schüler für ihre herausragenden Facharbeiten in den Bereichen Physik, Naturwissenschaften ohne Physik und Sozialwissenschaften einen Preis des Fördervereins.
Der Erfolg der Abiturienten ist umso bemerkenswerter, da sie als Schüler des ersten G8-Jahrgangs einige zusätzliche Hürden überwinden mussten. Rektor Stecher drückte es in seiner Ansprache so aus: „Als die Abiturienten 2003 zum ersten Mal hierher kamen, war die gymnasiale Welt noch in Ordnung. Dann kam im November die überstürzte Einführung des achtjährigen Gymnasiums, und sie mussten es ausbaden“.
Das G8 kritisierte auch Florian Probst, der Sprecher des Jahrgangs, in seiner Rede, die er unter das Motto „panta rhei“ („alles fließt“) stellte. Er beklagte sich über die andauernde Ungewissheit und über fehlende Bücher und Lehrpläne. „Wir fühlten uns manchmal etwas verlassen“, brachte er die Stimmung auf den Punkt, die unter den Abiturienten herrschte. Fels in der Brandung sei vor allem in den vergangenen Jahren Oberstufenbetreuer Ulrich Rauhut gewesen. Bei ihm bedankten sich die Schüler mit Blumen.
Auch den Lehrern, die sie auf ihren Weg zum Abitur unterstützt hatten, schenkten sie zum Dank Rosen. Eine Rose bekam auch jeder Abiturient zusammen mit seinem Abiturzeugnis überreicht.
Nun ist es für die Absolventen aber erst einmal Zeit, nach vorne zu blicken und sich, wie es der Jahrgangssprecher ausdrückte, „auf das Spiel des Lebens einzulassen“. Angst brauchen sie dabei nicht haben, wie Landrat Christmann betonte. Trotz des doppelten Abiturjahrgangs würde den Absolventen eine „gute Zukunft“ offenstehen, in der sie alle Chancen hätten.
Quelle: Dachauer Nachrichten, 02.07.11